Gold Angebot und Nachfrage am Goldmarkt

Goldnachfrage und Goldangebot ändern sich häufig. Deshalb ist der Goldpreis sehr volatil. Das heißt, er schwankt auch innerhalb kurzer Zeiträume beträchtlich. Der Goldpreis wird in US-Dollar gehandelt, weil Gold oft als Gegenpart zum US-Dollar herangezogen wird. Der Goldpreis ist zum Dollarpreis umgekehrt proportional. Fällt also der Dollarkurs, steigt in der Regel der Goldkurs.

Jedoch kann der Goldpreis von Marktteilnehmern mit großen Goldreserven, etwa Zentralbanken und Goldminengesellschaften, erheblich beeinflusst werden. Soll der Goldpreis sinken, so wird Gold verliehen (um Leerverkäufe zu provozieren) beziehungsweise verkauft, oder aber die Goldproduktion wird gesteigert. Soll der Goldpreis steigen, so kaufen die Zentralbanken Gold auf, oder die Goldproduktion der Minengesellschaften wird gedrosselt.

Investitionen in Gold

Eine Investition in Gold kann durch den physischen Kauf und den Wertpapierhandel erfolgen. Der Erwerb von Goldbarren und Anlagemünzen ist bei Banken, Edelmetall- und Münzhändlern möglich. Bei der Lagerung in einem Schließfach der Bank fallen Miet- und Versicherungskosten an. Der Kauf von Goldbarren, wie auch Goldmünzen ist im Gegensatz zu Barren und Münzen aus Silber, Platin sowie Palladium in Deutschland von der Umsatzsteuer befreit, sofern die Goldbarren und Goldmünzen als Anlagegold nach § 25c Abs. 2 Umsatzsteuergesetz (UStG) zu qualifizieren sind.

Anleger können direkt über die Börse oder den Broker in Zertifikate, Fonds oder Exchange-traded funds (ETFs) investieren. Hierbei fällt die physische Lieferung weg. Zertifikate sind von der Solvenz des Emittenten abhängig und beeinflussen die Nachfragesituation an der Rohstoffbörse nicht Auch ist es möglich eine auf Goldbestände lautende nennwertlose Anleihe, das sogenannte Xetra-Gold, zu kaufen. Bei der Anleihe handelt es sich um ein Wertpapier in Form einer Inhaberschuldverschreibung, das einen Anspruch auf die Lieferung von Gold verbrieft. Der Handel erfolgt auf dem elektronischen Handelssystem Xetra der Deutschen Börse.

Die Chinese Gold and Silver Exchange Society (CGSE) wurde 1918 als erste Börse in Hongkong gesetzlich eingetragen. Als „Gold and Silver Exchange Company“ handelte sie bereits seit 1910 unter verschiedenen Regeln und Richtlinien mit physischem Gold. 1974 begann an der New York Commodities Exchange (COMEX), der weltweit größten Goldbörse, der Handel mit Gold-Futures. Die COMEX wurde 1933 gegründet und 1994 mit der „New York Mercantile Exchange“ (NYMEX) verschmolzen. Die folgende Tabelle enthält die größten Goldbörsen, an denen der Goldpreis laut Angaben des „World Gold Council“ gehandelt wird.

Rang Name Akronym Land Eröffnung
1. New York Mercantile Exchange¹ NYMEX USA 1974-12-3131. Dez. 1974
2. Tokyo Commodity Exchange TOCOM Japan 1982-03-2323. Mär. 1982
3. Chicago Board of Trade² CBOT USA 1979-02-2020. Feb. 1979
4. Istanbul Gold Exchange IGE Türkei 1995-07-2626. Juli 1995
5. Multi Commodity Exchange of India MCX Indien 2003-11-1010. Nov. 2003
6. National Commodity and Derivatives Exchange NCDEX Indien 2003-12-1515. Dez. 2003
7. Shanghai Gold Exchange SGE China 2002-10-2020. Okt. 2002
8. Turkish Derivatives Exchange TurkDEX Türkei 2005-02-0404. Feb. 2005
9. Dubai Gold & Commodities Exchange DGCX VAE 2005-06-2828. Juni 2005

 

Anlagenvergleich

Bei einem Vergleich der Performance von Gold mit verschiedenen Anlageklassen (Aktien, Staatsanleihen, Rohstoffe, Immobilien und Währungen) sind teilweise große Unterschiede festzustellen. So stieg Gold von Dezember 2000 bis Dezember 2010 in US-Dollar nominal um 417,2 Prozent und inflationsbereinigt zu Preisen von 2010 um 302,3 Prozent. Zwischen 1990 und 2000 sank der Goldpreis dagegen nominal um 30,3 Prozent und real um 47,1 Prozent. Die Aktienkurse im DAX stiegen zwischen 2000 und 2010 nominal um 7,5 Prozent und fielen real um 8,1 Prozent, zwischen 1990 und 2000 stiegen sie hingegen nominal um 360,1 Prozent und real um 271,3 Prozent. Die Betrachtungen sind also abhängig von den jeweiligen Zeiträumen. Insgesamt hatte Gold seit 1970

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unter den ausgewählten Anlageklassen die zweitbeste Performance. Die beste Wertentwicklung erzielte der S&P 500 Total Return Index.

Die folgenden Tabellen vergleichen die Performance von Gold mit verschiedenen Anlageklassen im Zeitraum vom 31. Dezember 1970 bis zum 31. Dezember 2010 (jeweils Schlussstände). Für Gold und Silberdienen als Grundlage die Fixpreise in US-Dollar pro Feinunze am London Bullion Market. Für Aktien ist die Basis der deutsche Aktienindex DAX sowie der amerikanische S&P 500 Total Return Index und für Staatsanleihen der REX Performanceindex (REXP). Für Rohstoffe dient als Grundlage d

er CRB-Index, für Immobilien der amerikanische Case-Shiller-Index (CSI) und für Währungen der U.S. Dollar Index. Alle Angaben in der ersten Tabelle beziehen sich auf die nominalen Preise des jeweiligen Erhebungszeitraumes, sind also nicht inflationsbereinigt. Die zweite Tabelle hat dagegen als Basis die realen, inflationsbereinigten Preise des Jahres 2009.

DAX, S&P 500 TR Index und REXP sind Performanceindizes. In die Berechnung fließen neben den Kursen auch die Dividendenzahlungen und Zinserträge ein. Der DAX wurde 1988 erstmals veröffentlicht und bis 1959 zurückgerechnet. Der S&P 500 TR Index wurde ebenfalls 1988 erstmals veröffentlicht, die Rückrechnung erfolgte bis 1860. Der REXP wurde 1992 zum ersten Mal ermittelt und bis 1967 zurückgerechnet. Die Erstveröffentlichung des Case-Shiller-Index (CSI) erfolgte 1987, die Rückrechnung bis 1890.

Quelle: wikipedia.org



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